Das Ranking, das Amerika bewegt
Wo steht Barak Obama? Das ist wohl für viele eine der wichtigsten Fragen, die sich mit der Liste beschäftigen, die Amerikas Gemüter so bewegt. Auf der werden nämlich alle paar Jahre wider alle 43 Präsidenten der USA von Historikern nach ihrer Wichtigkeit eingestuft.
Zuständig für das Ranking ist das Siena College in Loudonville im Gliedstaat New York. Hier wird nun zum fünften Mal seit 1982 die Liste veröffentlicht. 238 auf Präsidentenbiografien spezialisierte Historiker vergeben dazu Noten in 20 verschiedenen Kategorien – von Integrität, Intelligenz und Glück bis hin zu außenpolitischen Wirkungen.
Die Meinung von Historikern, nicht die der Bevölkerung zählt
Meinungsumfragen unter der Bevölkerung spielen keine Rolle, obwohl nicht auszuschließen ist, dass die Historiker sich von solchen Faktoren beeinflussen lassen. Jedoch wird einem Präsidenten wie Harry Truman, der 1953 mit extrem schlechten Popularitätswerten das Weiße Haus verließ, heute das Prädikat „großartig“ verliehen.
Nun aber endlich zu den Ergebnissen: Auf Platz 1der Siena-Liste liegt zum fünften Mal in Folge Frankling Delano Roosevelt, der von 1933 bis 1945 Präsident der USA war. Er hatte das Land durch die Depression und den Zweiten Weltkrieg geführt – und das wird von den Geschichtswissenschaftlern anerkannt. Es gibt natürlich auch konkurrierende Rankings und auf denen liegt unangefochten Abraham Lincoln vorne. Ein mögliches Indiz dafür, das die Professoren Roosevelt, der aus New York kam, nicht ganz unbefangen sind.
Roosevelt vorn, Obama im Mittelfeld
Ein Roosevelt ist es auch, der den zweiten Platz auf der Liste besetzt, nämlich Franklins entfernter Cousin Theodore Roosevelt. Teddy war von 1909 bis 1905 Führer des Landes. Vielleicht spielt bei seiner positiven Bewertung eine Rolle, dass er sich gerne mit großen Konzernen anlegte – angesichts der BP-Kriese eine Eigenschaft, nach der die Sehnsucht groß sein dürfte.
Obamas Position auf Platz 15 ist für einen Neueinsteiger gar nicht schlecht. Er konnte vor allem den Kategorien Imagination, Kommunikationsfähigkeit und Intelligenz punkten.
Dagegen gesellt sich George W. Bush zu den vergessenen und verachteten Politikern:
Franklin Pierce (1853 bis 1857), James Buchanan (1857–1861), Andrew Johnson (1865–1869) und Warren Harding (1921–1923) belegen mit mit dem Texaner die letzten Plätze. Bush erhielt übrigens in den Kategorien Außenpolitik und Intelligenz die zweitschlechteste Bewertung.